Montpellier · Ausflüge

Wochenendausflüge ab Montpellier: 8 Ideen

Von Montpellier aus erreicht man in 20-90 Minuten mittelalterliche Festungen, römische Amphitheater, UNESCO-Dörfer, Strände und Berggipfel. Hier sind 8 Ziele, zu denen wir wirklich fahren.

Aktualisiert · 9 Min. Lesezeit · Fehler melden

Montpellier liegt an einem Kreuzungspunkt. Im Norden Berge und mittelalterliche Dörfer, im Osten die Provence und Arles, im Westen die Katharergeschichte von Carcassonne, direkt vor der Tür Meer und Lagunen. Das macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für Tagesausflüge.

Unten stehen 8 Orte, die man an einem Wochenende wirklich erreicht. Jeder ist geprüft: Fahrzeit, Verkehrsmittel, was man sehen kann, für wen er sich eignet.

8 Ziele - die kurze Karte

#OrtZeitVerkehrsmittel
1Sète20 Min.TER direkt
2Nîmes30 Min.TER direkt
3Carcassonne~1 Std. 30 Min.TER
4Arles~1 Std.TER
5Saint-Guilhem-le-Désert40 Min.Auto
6Aigues-Mortes45-60 Min.Auto oder Bus 606
7La Grande-Motte~50 Min.Bus 606
8Pic Saint-Loup25-30 Min.Auto

1. Sète - das „Venedig des Languedoc“ (20 Min. mit dem TER)

Entfernung: 27 km. Anreise: TER direkt ab Saint-Roch, 13+ Fahrten am Tag, 20 Minuten. Einer der leichtesten Ausflüge.

Sète liegt zwischen dem Mittelmeer und dem Étang de Thau, dem zweitgrößten Frankreichs (21 km lang, 8 km breit). Der Canal Royal teilt die Stadt in zwei Hälften: an den Ufern Reihen pastellfarbener Häuser mit Balkonen, Fischrestaurants, Boote.

Was man tun kann:

  • Auf den Hügel Mont Saint-Clair (175 m) steigen - von dort sieht man Meer und Lagune zugleich.
  • Durch den Fischereihafen gehen und eine tielle (tielle sétoise) essen - eine offene Pastete mit Tintenfisch, die Spezialität von Sète.
  • Austern aus Bouzigues probieren (ein Dorf am Ufer der Lagune, 10 Minuten mit dem Auto von Sète).

Am besten für: Paare, kleine Gruppen, Liebhaber von Meeresfrüchten. Funktioniert zu jeder Jahreszeit - im Winter ist es ohne Menschenmassen richtig gemütlich. Im Sommer kommt das Meer dazu.

Tipp: Samstags gibt es morgens einen Fischmarkt am Hafen.


2. Nîmes - das Rom, das nie verschwand (30 Min. mit dem TER)

Entfernung: ~50 km. Anreise: TER direkt, etwa 30 Minuten, mehrmals pro Stunde.

Nîmes ist eine der am besten erhaltenen römischen Städte der Welt. Vom Bahnhof steht man nach 5 Minuten zu Fuß vor der Arena (Les Arènes de Nîmes), einem Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert für 24.000 Zuschauer. Es wird noch heute genutzt: Hier finden Konzerte und Stierkämpfe statt.

Was man tun kann:

  • Die Arena (Arènes de Nîmes) - Eintritt etwa 10 €; hineinzugehen lohnt sich, um den Maßstab zu begreifen.
  • Die Maison Carrée - ein römisches Heiligtum aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., eines der besterhaltenen der Welt. 2023 wurde sie erneuert mit einem immersiven Film über das antike Nîmes wiedereröffnet.
  • Die Jardins de la Fontaine - ein großer Park mit Ruinen römischer Thermen und dem Tour Magne auf dem Hügel.

Am besten für: alle - in der Gruppe und zu zweit. Auch Kinder sind von der Arena begeistert. An einem Tag leicht zu schaffen.

Jahreszeit: das ganze Jahr gut. Im Sommer ist es heiß - gehen Sie vor 11 Uhr zur Arena.


3. Carcassonne - mittelalterliche UNESCO-Festung (~1 Std. 30 Min. mit dem TER)

Entfernung: 150 km. Anreise: TER, etwa 1 Std. 30 Min., es gibt Direktverbindungen. Den Fahrplan finden Sie bei SNCF Connect.

Die Cité de Carcassonne ist die größte befestigte mittelalterliche Festung Westeuropas: 52 Türme, 3 km doppelte Mauern, seit 1997 im UNESCO-Welterbe. Es sind viele Touristen da, aber das ist berechtigt - der Ort beeindruckt wirklich.

Was man tun kann:

  • Auf den Mauern und zwischen den beiden Befestigungsringen spazieren (der Zugang zur Cité ist kostenlos, rund um die Uhr).
  • Das Château Comtal (Innenbesichtigung): 13 € (Nebensaison) oder 19 € (Hauptsaison), für EU-Bürger unter 26 Jahren kostenlos.
  • In die Unterstadt (Bastide Saint-Louis) gehen - dort sind weniger Touristen und gute Restaurants mit regionaler Küche.

Am besten für: die erste Fahrt, Familien mit Kindern, Gäste aus Russland und der GUS, die zum ersten Mal in der Region sind.

Tipp: Nehmen Sie den ersten Morgenzug und kehren Sie abends zurück. Im Sommer ist die Festung nach 11 Uhr sehr voll - besser sind Sie um 9-10 Uhr da.


4. Arles - die Stadt van Goghs (~1 Std. mit dem TER)

Entfernung: ~80 km. Anreise: TER etwa eine Stunde, es gibt Direktzüge. Mehrere Fahrten am Tag.

Van Gogh lebte anderthalb Jahre in Arles (1888-1889) und schuf hier mehr als 300 Werke. Heute stehen in der Stadt Reproduktionen seiner Bilder genau an den Stellen, an denen sie gemalt wurden - eine interessante Art zu spazieren.

Was man tun kann:

  • Die Arena von Arles (Arènes d’Arles) - ein römisches Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert, etwas größer als das von Nîmes (136 m lang, 25.000 Zuschauer). Eintritt etwa 9 €.
  • Les Alyscamps - eine antike römische Nekropole, malerisch und fast ohne Touristen.
  • Die Fondation Vincent van Gogh Arles - Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler, die von Van Gogh inspiriert sind.
  • Ein Spazierweg auf den Spuren des Künstlers - die Karte gibt es kostenlos im Tourismusbüro.

Arles ist außerdem das Tor zur Camargue (rosa Flamingos, weiße Pferde, Salzebenen), wenn Sie noch Natur dazunehmen möchten.

Am besten für: ein Kulturwochenende, Paare, Liebhaber von Geschichte und Fotografie.


5. Saint-Guilhem-le-Désert - ein mittelalterliches Dorf in der Schlucht (40 Min., Auto)

Entfernung: 42 km. Anreise: nur mit dem Auto (oder einer organisierten Tour). Die Parkplätze sind kostenpflichtig und füllen sich schnell - im Sommer kommen Sie vor 9 Uhr.

Saint-Guilhem ist ein Dorf, das zu den „Schönsten Dörfern Frankreichs“ zählt und als Teil der Jakobswege zum UNESCO-Welterbe gehört. In seinem Herzen steht die Abtei Gellone (Abbaye de Gellone), vor mehr als tausend Jahren gegründet. Die Schlucht des Hérault schafft hier ein besonderes Mikroklima: Felsen, Grün, stilles Wasser.

Was man tun kann:

  • Die Abtei besichtigen (der Hauptteil ist frei zugänglich).
  • Mit Kajak oder Kanu auf dem Hérault fahren - Verleih gibt es an mehreren Stellen im Bereich des Pont du Diable (2-3 km unterhalb des Dorfes).
  • Die Grotte de Clamouse - unweit des Dorfes, eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Frankreichs. Eintritt ~12 €.
  • Einfach durch die engen mittelalterlichen Gassen schlendern.

Am besten für: Paare, kleine Gruppen (bis 6 Personen), Naturliebhaber. Im Sommer unbedingt früh am Morgen.

Besucherzahl: mehr als 800.000 Menschen im Jahr - ein beliebter Ort, kein abgeschiedener.


6. Aigues-Mortes - mittelalterliche Salzfestung (45-60 Min., Auto oder Bus)

Entfernung: 32 km. Anreise: mit dem Auto ~45 Min.; mit dem Bus 606 ab Place de France (Linie liO) etwa 1 Std. 10 Min.

Aigues-Mortes wurde im 13. Jahrhundert auf Befehl Ludwigs IX. als Seehafen für die Kreuzzüge gebaut. Heute ist das Meer fortgezogen, und die Stadt liegt mitten in Salzebenen und Lagunen - von hier öffnet sich ein fast unwirklicher Anblick: die von Algen rosa gefärbten Salzfelder der Camargue.

Was man tun kann:

  • Die vollen 1634 m der Stadtmauer auf der oberen Ebene ablaufen - der eindrucksvollste Blick.
  • Der Tour de Constance - früher hielt man darin protestantische Gefangene fest, heute ist er ein Museum.
  • Im Sommer: die Salinen von Salins du Midi besuchen - Führungen mit Flamingo-Beobachtung.

Am besten für: Fotos, romantische Fahrten, Familien, den ersten Besuch in der Camargue.

Eintritt: Wehrgang und Turm sind in einem Ticket enthalten; EU-Bürger unter 26 Jahren frei.


7. La Grande-Motte - Strand und architektonisches Experiment (50 Min., Bus)

Entfernung: ~25 km. Anreise: Bus 606 (liO) oder Linie 4 (Transp’Or du Pays de l’Or) ab der Tram, etwa 50 Min.

La Grande-Motte ist eine Küstenstadt, die in den 1960er-Jahren vom Architekten Jean Balladur von Grund auf gebaut wurde, inspiriert von den Pyramiden von Teotihuacán und von Niemeyer. Ein eigener, etwas seltsamer, aber lebendiger Ort. Offiziell als „Patrimoine du XXe siècle“ ausgezeichnet.

7 km Strand, davon ein Teil der wilde Strand Grand Travers.

Am besten für: Familien mit Kindern, Strandtage in der Gruppe, Architekturfreunde.

Unsere Erfahrung: Im Sommer trifft sich die Community nicht selten genau hier - die Strände sind breit, es gibt Parkplätze, und man kommt auch ohne Auto hin.


8. Pic Saint-Loup - die beste Wanderung bei Montpellier (25-30 Min., Auto)

Entfernung: ~25 km nördlich von Montpellier. Anreise: nur mit dem Auto.

Der Pic Saint-Loup (658 m) ist der bekannteste Berg der Region. Vom Gipfel sieht man an klaren Tagen im Süden das Mittelmeer, Aigues-Mortes und La Grande-Motte, im Norden die Cevennen.

Route: 6 km, 364 m Höhenunterschied, etwa 2,5 Stunden hin und zurück. Gut markierter Pfad.

Was noch: Rund um den Berg liegen die Weinberge der Appellation Pic Saint-Loup (Pic Saint-Loup AOC), einer der nördlichsten im Languedoc.

Am besten für: Wanderungen in der Gruppe, sportliche Wochenenden, Fotografie. Für Kinder geeignet, wenn sie schon auf Bergpfaden gehen.

Jahreszeit: Frühling und Herbst sind am besten. Im Sommer ist es heiß, nehmen Sie reichlich Wasser mit. Im Winter gibt es rutschige Stellen.


Mit der Community: wohin man gemeinsam fährt

In unserem Chat finden sich regelmäßig Gruppen für gemeinsame Ausflüge zusammen. Nach Erfahrung der Mitglieder sind das die beliebtesten Formate:

  • Strandtage - La Grande-Motte, Carnon, Palavas-les-Flots (der nächste Strand, 15 Min. von Montpellier). Ohne Auto, in großer Gruppe.
  • Wanderungen - Der Pic Saint-Loup zieht besonders im Frühling und Herbst Gruppen an.
  • Gastro-Ausflüge - Sète für Austern und tielle.
  • Kulturausflüge - Nîmes und Arles, wenn Gäste aus der GUS kommen.

Die Ankündigungen erscheinen immer zuerst im Telegram-Chat. Wenn Sie eine eigene Idee für einen Ausflug vorschlagen oder Gesellschaft suchen möchten - ebenfalls dort.


Zusätzlich: was es sonst in der Nähe gibt

  • Palavas-les-Flots - der nächste Strand, 15 Min. mit Auto oder Bus.
  • Carnon - ein ruhiger Strandort, 20 Min.
  • Gorges de l’Hérault - eine Naturroute durch die Schluchten, führt durch Saint-Guilhem.
  • Montagne Noire - nach Norden Richtung Carcassonne, für alle, die richtige Berge und Wälder wollen.

FAQ

Wohin kommt man ab Montpellier ohne Auto? Mit dem TER: Sète (20 Min.), Nîmes (30 Min.), Arles (etwa 1 Std.), Carcassonne (etwa 1 Std. 30 Min.). Mit dem Bus 606 liO: Aigues-Mortes (~1 Std. 10 Min.), La Grande-Motte (~50 Min.). Ohne Auto sind die meisten Ziele erreichbar; Saint-Guilhem und der Pic Saint-Loup nur mit dem Auto.

In welcher Jahreszeit fährt man am besten nach Saint-Guilhem? April bis Mai und September sind am angenehmsten. Im Sommer sind sehr viele Touristen da (mehr als 800.000 Besucher im Jahr), es ist heiß, und mit dem Parken wird es eng. Wer im Sommer fährt, bricht vor 9 Uhr auf.

Was kostet ein TER-Ticket? Im Angebot ab 1 €, meist 5-12 € für eine einfache Fahrt. Das Abonnement liO senkt die Kosten für regelmäßige Fahrten.

Ist Carcassonne an einem Tag machbar? Ja. Hin und zurück sind es ~3 Stunden Fahrt mit dem Zug. Die Besichtigung der Cité dauert 2-4 Stunden. Der Zugang zum Festungsgelände ist kostenlos, das Schloss kostet 13-19 €. Nehmen Sie morgens den ersten Zug.

Wohin fährt unsere Community gemeinsam? Strände (La Grande-Motte, Carnon, Palavas-les-Flots), der Pic Saint-Loup zum Wandern, Sète für Meeresfrüchte - diese drei am häufigsten. Den Plan der Gruppenfahrten finden Sie im Chat der Community „Vibe Südfrankreich“ auf Telegram.


Wenn Sie Gesellschaft für einen Ausflug suchen, eine Route besprechen oder vom nächsten Gruppenausflug erfahren möchten - dafür ist der Chat der Community „Vibe Südfrankreich“ auf Telegram da. Dort sind Menschen, die diese Orte schon besucht haben und gern Einzelheiten teilen.


Lesen Sie auch:

Häufige Fragen

Wohin kommt man ab Montpellier ohne Auto?
Mit dem TER-Zug: Sète (20 Min.), Nîmes (30 Min.), Arles (etwa 1 Std.), Carcassonne (etwa 1 Std. 30 Min.). Aigues-Mortes und La Grande-Motte erreicht man mit dem Bus der Linie 606 ab Place de France. Ohne Auto sind die meisten Ziele erreichbar, außer Saint-Guilhem und dem Pic Saint-Loup.
In welcher Jahreszeit fährt man am besten nach Saint-Guilhem-le-Désert?
Frühling (April bis Mai) und Herbst (September) sind am angenehmsten. Im Sommer besuchen das Dorf mehr als 800.000 Menschen im Jahr: heiß, eng, die Parkplätze sind voll. Wer im Sommer fährt, sollte vor 9 Uhr aufbrechen.
Was kostet eine Zugfahrkarte nach Nîmes oder Sète?
TER-Tickets in Okzitanien gibt es im Angebot ab 1 €. Der übliche Preis liegt bei 5-12 € für eine einfache Fahrt, je nach Strecke und Kaufzeitpunkt. Das Abonnement liO (monatlich) senkt die Kosten für regelmäßige Fahrten deutlich.
Ist Carcassonne an einem Tag machbar?
Durchaus. Hin und zurück sind es mit dem Zug etwa 3 Stunden Fahrt. Die mittelalterliche Cité braucht je nach Tempo 2-4 Stunden. Der Zugang zum Festungsgelände ist kostenlos, das Château Comtal kostet 13-19 €. Wir empfehlen den ersten Morgenzug.
Wohin fährt unsere Community gemeinsam?
Am häufigsten an die Strände (La Grande-Motte, Carnon, Palavas-les-Flots), zum Wandern auf den Pic Saint-Loup und nach Sète zu den Meeresfrüchten. Gruppenausflüge werden im Telegram-Chat der Community angekündigt.

Das ist Ihr Chat in Südfrankreich

Fragen zu Umzug, Wohnung, Ärzten und Schulen, wo es Buchweizen gibt - und einfach lebendiger Austausch. Im Chat sind 700+ Leute, geschrieben wird auf Russisch. Kostenlos.